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metmuseum.org - Gift of Mrs. Bayard Verplanck, 1955

Günther Schwaighofer (1941-2021)

Haus der Antiquitäten Schwaighofer, Dreifaltigkeitsgasse in Salzburg (bis 2021)

Günther Schwaighofer mit Salzburger Numismatik

Günther Schwaighofer und seine Tochter Eva Schwaighofer

eine Ode | Günther Schwaighofer

„Es lohnt sich ein Blick auf die Kostbarkeiten vergangener Zeiten“, pflegte Günther Schwaighofer zu sagen. Für den langjährigen Salzburger Antiquitätenhändler war dies mehr als nur ein Satz – es war ein Credo, das sein gesamtes Leben und Arbeiten prägte. Antiquitäten, so war er überzeugt, erzählen Geschichten und verkörpern Werte, die in der heutigen Massenproduktion oft verloren gegangen sind. Antiquitäten sind "Geschichte zum Anfassen", so Schwaighofer während seiner Karriere als Händler, die mit seinem ersten Geschäft circa 1983 am Giselakai in Salzburg startete.

Über viele Jahre galt Schwaighofer als gefragte und geschätzte Anlaufstelle in Salzburg für Schmuck, Münzen und Kunstgegenstände aller Art. In seinem späteren „Haus der Antiquitäten“ - ein imposantes Geschäftslokal in der Dreifaltigkeitsgasse, welches wohl jedem Kunstinteressiertem Salzburger im Gedächtnis ist - verband sich fachliche Kompetenz mit echter Begeisterung für historische Objekte. Als Experte für Salzburger Numismatik war er in Sammlerkreisen ebenso geschätzt wie bei Menschen, die erstmals ein besonderes Stück suchten oder ein Erbstück bestimmen lassen wollten. Sein Geschäft war Ort des Austauschs, der Beratung und des Entdeckens – eine Adresse, an der Qualität, Seriosität und fundiertes Wissen selbstverständlich waren.

Wer Günther Schwaighofer begegnete, erlebte einen Händler, der von vielen als wandelndes Lexikon beschrieben wurde. Mit großer Leidenschaft sprach er über alte Münzen, Schmuckstücke oder kunsthandwerkliche Arbeiten vergangener Jahrhunderte. Dabei ging es ihm nie allein um den materiellen Wert eines Objekts, sondern vor allem um dessen Geschichte, seine handwerkliche Entstehung und die Kultur, aus der es hervorgegangen war.

Besonders deutlich wird dieser Gedanke bei Schmuckstücken aus dem Jugendstil, eine Epoche für die auch Schwaighofer sich begeistern konnte. Betrachtet man ihre detailreiche Gestaltung und die präzise Verarbeitung, erkennt man schnell, wie viel Zeit, handwerkliches Können und Geduld ein Goldschmied in die Herstellung eines einzigen Stücks investiert hat. Eine solche Fertigungsdauer wäre heute kaum mehr wirtschaftlich darstellbar. Gerade diese aufwendige Handarbeit verleiht antikem Schmuck seinen besonderen Charakter.

"Neben der hohen handwerklichen Qualität spricht vor allem die Einzigartigkeit für Antiquitäten", so Günther Schwaighofer. Von Meisterhand mit viel Fingerspitzengefühl gefertigt, gleicht kaum ein Stück dem anderen. Jedes Objekt ist ein Unikat – entstanden in einer Zeit, in der Individualität und handwerkliche Perfektion selbstverständlich waren.

Auch privat war Günther Schwaighofer ein Mensch, der sich für die schönen Dinge begeistern konnte. War man mit ihm unterwegs, erlebte man oft, dass er mitten in einem Spaziergang oder Gespräch stehen blieb – um die Architektur seiner Heimatstadt Salzburg zu betrachten oder ein Naturspektakel zu bewundern. „Schau dir das an!“, war ein Satz, den seine Tochter Eva oft hörte. Es war ein Ausdruck seiner Fähigkeit, Schönheit und Geschichte im Alltag wahrzunehmen – eine Haltung, die auch seine Arbeit prägte.

Diese Begeisterung übertrug sich auf seine Tochter Eva Schwaighofer. Viele Jahre arbeitete sie an seiner Seite im „Haus der Antiquitäten“ und lernte dort nicht nur den Handel, sondern auch den respektvollen Umgang mit historischen Objekten kennen. Sie war maßgeblich daran beteiligt, das Onlinegeschäft des Hauses aufzubauen und die traditionsreiche Arbeit des Antiquitätenhandels in eine neue Zeit zu führen.

Heute ist Eva Schwaighofer Kuratorin und Sammlerin für Bardot - Antique Jewellery. Die Werte, das Wissen und die Leidenschaft ihres Vaters sind dabei eine wichtige Inspirationsquelle geblieben. Bardot versteht diesen Artikel als eine Hommage an Günther Schwaighofer – an einen Vater, Händler, Sammler und Kenner, dessen Gespür für Schönheit, Handwerk und Geschichte viele Menschen geprägt hat und dessen unerschütterlicher Optimismus wohl seine größte Stärke war.

PS: Warum heißt Bardot eigentlich „Bardot – Antique Jewellery“?

Weil es Bardot ohne Günther Schwaighofer wohl nicht geben würde. Seine Begeisterung für Antiquitäten, seine Neugier auf vergangene Epochen und sein Blick für Schönheit haben den Grundstein für alles gelegt, was Bardot heute ist.

Günther Schwaighofer war außerdem ein großer Bewunderer von Brigitte Bardot und ein leidenschaftlicher Frankreich-Liebhaber. Eine der schönsten Erinnerungen seiner Tochter Eva führt zu einer gemeinsamen Reise nach Frankreich zurück – zu einem Tag, an dem Vater und Tochter gemeinsam über einen Flohmarkt schlenderten und begeistert zwischen alten Schmuckstücken und Fundstücken vergangener Zeiten stöberten.

Der Name „Bardot“ ist daher auch eine kleine Hommage: an diese Erinnerungen, an Frankreich – und vor allem an Günther Schwaighofer, dessen Begeisterung für Antiquitäten bis heute weiterlebt.

 

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